Der „Immobilienbrief” Nr. 633:
Vor genau 220 Jahren (3.10.) wurde „SOS“ zum internationalen Notrufsignal erklärt. Seit der Zinswende senden die Amateursegler der Niedrigzinsphase Dauer-SOS an den Nanny-Staat.
Im Erweiterten Editorial befasst sich Werner Rohmert mit der aktuellen Einstiegsstimmungslage zur EXPO REAL und macht eine kleine Tour durch Themen, die die Immobilienwirtschaft mehr oder minder schnell beeinflussen werden. Der Konjunkturmotor stottert sich nach vorne. Große Herausforderungen der Immobilienwirtschaft (Pricing, Bedarf, ESG-Kosten) sind aber im Branchenkonsens nach wie vor ungelöst. Die Herausforderung der Nullzinsgeneration liegt im Umdenken nach dem Tod des Geschäftsmodells. Aber vor Technologiehintergrund muss auch nachgedacht werden, ob die vordergründige Rückkehr zur klassischen Normalität noch die Zukunft abbildet. Evtl. stehen viel mehr Modelle auf dem Prüfstand. Die EXPO REAL wird jedenfalls nicht die Wende in eine glänzende Zukunft. Volkswirtschaftlich und politisch hat Deutschland die Rolle als Safe Haven teilweise verspielt. Infrastruktur ist die neueste Kuh, die durchs Dorf getrieben wird. Rohmert hat aus seiner Erfahrung herausgearbeitet, woran Infrastrukturangebote sehr oft gescheitert sind und wo die Vertriebshürden liegen. Das Erbe der Merkel-Ära hinterlässt ein Billionen-Nachinvestitionsloch und eine ökonomische Lähmung durch Besitzstandwahrung. Rohmert hat bereits 2007 vor der „sozialistischsten Regierung seit Willy Brandt“ gewarnt und danach vieles nicht verstanden (u. a. Atom, Wehrpflicht, Energie- und Digitalisierungsabhängigkeit und Grenzöffnung), hat sich aber genauso wie alle anderen einlullen lassen. Die Rechnung liegt heute auf dem Tisch. Mit „Quantencomputing für Dummies“ hat sich Rohmert einmal in zwei praktischen Sätzen den Unterschied zwischen der Arbeitsweise von klassischen Computern und Quantencomputern erklären lassen. Das macht vieles verständlich. Offene Immobilienfonds bleiben für Rohmert als fast letztem medialen Befürworter Sorgenkind. Die Branche findet ihre eigene Story nicht mehr.