Der „Immobilienbrief” Nr. 629:
- 25 JAHRE „DER IMMOBILIENBRIEF“, 40 JAHRE IMMOBILIENWIRTSCHAFT: Werner Rohmert zieht eine Bilanz aus vier Jahrzehnten Immobilienwirtschaft und 25 Jahren „Der Immobilienbrief“. Er zeigt, dass sich Technik, Regulierung und Professionalität stark verändert haben, die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten von Immobilie, Mathematik und menschlichem Verhalten jedoch gleich geblieben sind. Prägend seien vor allem die großen Krisenzyklen sowie die aktuelle Kombination aus Zinswende, ESG, Homeoffice, KI und geopolitischen Veränderungen. Sein Fazit: Nicht Trends, sondern die tatsächliche Nutzbarkeit und Nachnutzbarkeit von Immobilien entscheiden langfristig über ihren Wert. (Rohmert, Seite 3 ff)
- DEUTSCHE IMMOBILIENAKTIEN – Zyklisches Desaster mit Ansage: Rohmert kritisiert die wiederkehrende Vermögensvernichtung bei deutschen Immobilienaktien und REITs, die seiner Ansicht nach seit Jahrzehnten vorhersehbaren Mustern folgt. Überhöhte Bewertungen, IFRS-Fair-Value-Effekte und zyklische Euphoriephasen hätten Anleger regelmäßig in die Irre geführt. Er warnt davor, Immobilienaktien mit der tatsächlichen Stabilität von Immobilien gleichzusetzen und fordert eine kritischere Aufarbeitung der Bewertungspraktiken. (Rohmert, Seite 21)
- 25 JAHRE „DER IMMOBILIENBRIEF“ – Happy Birthday: Caroline Rohmert beschreibt den „Der Immobilienbrief“ aus der Perspektive der Tochter des Gründers und späteren Redaktionsmitglieds. Sie schildert Werner Rohmerts Unabhängigkeit, seine Bereitschaft zur unbequemen Meinung und die Entstehung des Mediums als Ort journalistischer Eigenständigkeit. (C. Rohmert, Seite 24)
- DIE ABSURDE DEUTSCHE WOHNUNGSPOLITIK: Dr. Jürgen Leibfried argumentiert, dass Deutschland den Wohnungsmangel mit den falschen politischen Instrumenten bekämpfe und Investoren zunehmend abschrecke. Statt Regulierung, Mietendeckeln und Enteignungsdebatten fordert er steuerliche Anreize, niedrigere Grunderwerbsteuern, Förderdarlehen und Eigenkapitalhilfen für Käufer. Ziel müsse sein, sowohl den Mietwohnungsbau als auch Wohneigentum für Normalverdiener deutlich zu stärken. (Leibfried, Seite 27)
- WARUM FUNKTIONIERT DER WOHNUNGSBAU IN DEUTSCHLAND NUR IN STEUERLICH UND ZINSMÄSSIG „UNNORMALEN ZEITEN“? Prof. Dr. Karl-Georg Loritz zeigt anhand der Nachkriegsgeschichte, dass Wohnungsbau in Deutschland vor allem durch massive steuerliche Anreize oder außergewöhnlich niedrige Zinsen ausgelöst wurde. Er bezweifelt, dass solche Instrumente heute noch ausreichen würden, weil Baukosten, Regulierung und Mieterschutz die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte zerstören. Er fordert stattdessen niedrigere Standards, einfachere Genehmigungen, mehr Wettbewerb im Bauwesen und eine stärkere Bereitstellung von Bauland. (Loritz, Seite 26)
- DUAL USE – Kombination ziviler und militärischer Nutzungsperspektiven: Prof. Dr. Thomas Beyerle beschreibt Defense Real Estate als neues Wachstumsfeld an der Schnittstelle von Immobilienwirtschaft und Sicherheitspolitik. Im Mittelpunkt steht das Konzept des Dual Use, bei dem Infrastruktur sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden kann. Solche flexiblen und resilienten Standorte könnten langfristig wirtschaftliche Effizienz mit Versorgungssicherheit und Verteidigungsfähigkeit verbinden. (Beyerle, Seite 31)
- DEUTSCHLAND: NPL-HOTSPOT EUROPAS – Die Bedeutung von Workout: Janine Hardi erläutert, warum Deutschland insbesondere im Bereich gewerblicher Immobilienfinanzierungen zunehmend zu einem europäischen NPL-Schwerpunkt wird. Entscheidend sei nicht nur die Zahl notleidender Kredite, sondern die professionelle Restrukturierung und Wertsteigerung der zugrunde liegenden Immobilien. Anhand eines Fünf-Phasen-Modells zeigt sie, wie frühzeitiges, interdisziplinäres Workout den wirtschaftlichen Schaden für Gläubiger deutlich reduzieren kann. (Hardi, Seite 32)
- 25 JAHRE OFFENE IMMOBILIENFONDS – Zeit für eine grundlegende Reform: Sebastian Lohmer analysiert die strukturellen Schwächen Offener Immobilienfonds, insbesondere den Widerspruch zwischen täglich verfügbarer Anlegerliquidität und langfristig gebundenen Immobilieninvestitionen. Er verweist auf hohe Mittelabflüsse seit 2023 und bezweifelt, dass die heutige Fondsstruktur dauerhaft tragfähig ist. Gefordert werden Reformen bei Rückgabefristen, Bewertung, Transparenz und Risikomanagement, um die Anlageform zukunftsfähig zu machen. (Lohmer, Seite 35)
- STRATEGIEN FÜR EIN MEHR AN GELASSENHEIT: Werner Rohmert rezensiert Kurt E. Beckers Buch über Gelassenheit als Gegenstrategie zu einer zunehmend komplexen und überreizten Welt. Er hebt hervor, dass Becker philosophische Reflexion mit praktischen Methoden aus Coaching und Beratung verbindet. Das Buch wird als zeitlos aktuell und besonders lesenswert für Führungskräfte und Unternehmer eingeordnet. (Rohmert, Seite 35)
- PER KNOPFDRUCK DURCH DIE „DER IMMOBILIENBRIEF“- HISTORIE – Hauptthemen der 25 Jahre „Der Immobilienbrief“- Eine Kurzchronik (Wrede, Seite 36)
- TOO HOT – Resilience Expo und andere heiße Themen: Dr. Gudrun Escher beschreibt Hitze und Klimaanpassung als zentrale Aufgaben der Stadt- und Immobilienplanung. Anhand internationaler Beispiele zeigt sie, dass Resilienz gegenüber Extremwetter wirtschaftlich und gesellschaftlich immer wichtiger wird. Der Beitrag plädiert für naturbasierte Lösungen und eine stärkere Integration von Klimaanpassung in die Immobilienentwicklung. (Escher, Seite 45)
- STIMMUNG UNTER DEN IMMOBILIENFINANZIERERN BRICHT EIN / BF.QUARTALSBAROMETER / JLL (DIFI): Werner Rohmert fasst die Ergebnisse des BF.Quartalsbarometers und des Deutschen Immobilienfinanzierungsindex zusammen. Die Stimmung unter den Immobilienfinanzierern ist auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen und spiegelt die Belastungen durch Zinsen, Konjunktur und schwache Transaktionsmärkte wider. Gleichzeitig zeigen die Indikatoren, dass sich die Finanzierungskonditionen weiter verschärfen und die Marktteilnehmer vorsichtiger agieren. (Rohmert, Seite 46)
- B-BÜROMÄRKTE MIT SCHWACHEN UMSÄTZEN UND WACHSENDEN LEERSTÄNDEN: Die Bürovermietungsmärkte außerhalb der Big Seven verzeichnen deutliche Umsatzrückgänge und steigende Leerstände. Besonders kleinere und mittlere Standorte leiden unter der schwachen Konjunktur und einer zurückhaltenden Flächennachfrage. Aengevelt Research erwartet kurzfristig keine grundlegende Trendwende. (Rohmert, Seite 47)
- EUROPÄISCHE CORE-MÄRKTE PROFITIEREN VOM WACHSTUM: Der Beitrag zeigt, dass europäische Core-Immobilienmärkte zunehmend von Investitionen in Verteidigungs-, Energie- und Infrastrukturprojekte profitieren. Trotz geopolitischer Risiken und länger hoher Zinsen verbessern sich die Ertragsperspektiven vieler Kernmärkte. Besonders nachgefragt bleiben Standorte mit stabilen Fundamentaldaten und resilienten Nutzungsarten. (Rohmert, Seite 47)
- EUROPAS IMMOBILIEN-TRANSAKTIONSVOLUMEN – Anstieg im Q2 um 6% auf 53 Mrd. Euro: Nach Zahlen von Savills setzt sich die Erholung der europäischen Immobilieninvestmentmärkte fort. Besonders dynamisch entwickeln sich Polen, Finnland, Schweden und Spanien, während Großbritannien deutlich schwächer abschneidet. Investoren konzentrieren sich weiterhin auf Wohn- und Sozialimmobilien mit stabiler Nachfrage. (Rohmert, Seite 48)
- PFLEGEHEIME ZWISCHEN VERSORGUNGSAUFTRAG UND WIRTSCHAFTLICHKEITSFALLE: Die neue HypZert-Studie zeigt, dass Pflegeheime als Betreiberimmobilien zunehmend unter steigenden Baukosten, Fachkräftemangel und regulatorischen Anforderungen leiden. Gleichzeitig wächst der Bedarf an stationären Pflegeplätzen erheblich, was hohe Investitionen erforderlich macht. Die Bewertung solcher Immobilien wird dadurch deutlich anspruchsvoller. (Rohmert, Seite 48)
- TOP-8-LOGISTIKMÄRKTE IM 1. HALBJAHR 2026 – Ruhrgebiet an der Spitze: REALOGIS registriert einen hohen Flächenumsatz an den acht wichtigsten deutschen Logistikstandorten, wobei das Ruhrgebiet die stärkste Marktaktivität aufweist. Big-Box-Logistik dominiert weiterhin das Marktgeschehen, während Spitzenmieten an mehreren Standorten steigen. Der Logistiksektor zeigt sich im Vergleich zu anderen Gewerbeimmobiliensegmenten weiterhin robust. (Rohmert, Seite 49)
- HOTELINVESTMENTMARKT RÜCKLÄUFIG, ABER AKTIV: Werner Rohmert vergleicht die Einschätzungen mehrerer internationaler Maklerhäuser zum deutschen Hotelinvestmentmarkt. Trotz rückläufiger Transaktionsvolumina bleibt das Marktgeschehen aktiv und wird zunehmend von selektiven Investoren geprägt. Besonders hochwertige Standorte und Betreiberkonzepte stoßen weiterhin auf Nachfrage. (Rohmert, Seite 49)
- BULWIENGESA-STUDIE: NUR ZWEI DRITTEL REALISIERT – Wohnungen sterben zwischen Planung und Realisierung: Werner Rohmert berichtet über eine bulwiengesa-Studie, nach der ein erheblicher Teil geplanter Wohnungsbauprojekte nicht umgesetzt wird. Hauptursachen sind gestiegene Baukosten, Finanzierungsschwierigkeiten und regulatorische Hürden. Die Studie verdeutlicht, dass das Wohnungsangebot deutlich hinter den politischen Zielen zurückbleibt. (Rohmert, Seite 51)