Gentdwell Trusted Opinion: One Group

Kommentar von Edmund Pelikan

Kurz vor dem für die Branche wichtigen Fondskongress in Mannheim gab die One Group bekannt, dass die bisherige Geschäftsführung im Einvernehmen mit dem Hauptgesellschafter ausgeschieden ist. Die Geschäftsführung wird nun neu geordnet, wobei eine zentrale Rolle vom CFO des Hauptgesellschafters Soravia übernommen wird.

Unsere Einschätzung

Eine Geschäftsführung tritt kurz vor einem so bedeutenden Branchenkongress nicht ohne Grund zurück. Bereits mit der im Dezember 2023 verkündeten Aussetzung der Zinszahlungen hat Soravia und damit auch die One Group Vertrauen am Kapitalmarkt verspielt. Verschärft wird diese Situation dadurch, dass man die Private Placement angeblich mit Zinsen bedienen will, die Publikumsanleger aber nicht. Ob die Zahlungsfähigkeit gewährleistet ist oder ob Anlegergelder in Höhe von rund 400 Millionen im Feuer stehen, ist aktuell nicht absehbar. Noch ist monetär das Kind nicht ganz in den Brunnen gefallen, aber man sollte wachsam sein, wie sich die Lage entwickelt.

Das Handelsblatt hatte zudem berichtet, dass der ehemalige One-Group-Geschäftsführer Malte Thies seine 15-prozentigen Anteile bereits an Soravia verkauft hätte. Weiterhin war aus gut unterrichteten Branchenkreisen zu hören, dass auch der in mehreren Medien kritisierte Immobilieninvestor Birger Dehne Interesse an der One Group zeigt.

Zusammengefasst

Nach der Project-Immobilien-Insolvenz Mitte 2023 hätte der Markt Ruhe benötigt. Dieser neue Fall von Irritationen kommt für Investoren und die Branche ungelegen. Damit ist wieder einmal monetäres Vertrauen zerbrochen. Jetzt kann nur noch Transparenz und absolute Offenheit der richtige Weg sein.